Technik

An dieser Stelle möchte ich mal versuchen zu erklären, wie und warum ich überhaupt so gerne an Capris rumschraube, insbesondere an der Technik.

Ich beschäftige mich nun seit vielen Jahren eigentlich mit nichts anderem, wobei ich großen Wert darauf lege, dass ich mir fast alles selbst beigebracht habe. Mein Hauptgebiet ist der Ford V6 Motor ab 2800 ccm aufwärts.

Alles begann damit, dass ich mal in einem Capri 2,8i einen Nockenwellenschaden hatte, worauf ich zum ersten mal so einen Motor auseinanderlegte; das dürfte 1989 gewesen sein. Selbstverständlich war ich wie üblich sehr knapp bei Kasse, was mich daran hinderte, eine Fachwerkstatt aufzusuchen.

Schrauberkenntnisse und -erfahrungen konnte ich in den Jahren davor bereits genug sammeln, da mein erstes Fahrzeug eine NSU-NAX, Baujahr 1954 war, an der im Schnitt alle 3-4 Monate der Motor kaputt war ;-). Die bis heute einzigartig geniale aber  ebenso simple Art der Nockenwellensteuerung über Exenter-Schubstangen mit axialer Kipplagerung der Welle zwecks Wärmeausdehnungsausgleich weckte in mir damals die bis heute andauernde Begeisterung.

Der Ford-V6 erwies sich wegen seiner wirklich primitiven aber gleichzeitig robusten Bauweise als optimales "Spielfeld" zum Experimentieren und Tunen. Natürlich trug meine damalige hauptberufliche Tätigkeit in der Abteilung Einspritztechnik bei Bosch einen großen Teil zu allem bei.

So wurde im Laufe der Jahre alles denkbare ausprobiert: vom einfachen Optimieren des Motors mittels Eingrenzung der doch enorm großen Fertigungstoleranzen bis hin zu Mehrstufen-Biturbo-Aufladung, Wasser- und Nitroeinspritzung, etc.

Die aktuelle Krönung meines "Schraubertriebes" befindet sich zur Zeit in meinem 73er Renncapri

Hier ein paar technische Details des Autos für Technik-Fans:

Da ich aus Prinzip das Foltern meines "Schätzchens" auf einem Leistungsprüfstand ablehne, kann ich die vorhandene Leistung nur schätzen. Auf jeden Fall ist sie in ausreichendem Maße vorhanden ;-), besonders deswegen, weil mein Capri auf ca.  910 kg abgespeckt ist. Daran wird aber noch gearbeitet, da sicherlich noch einige Kilos "wegrationalisierbar" sind ;-).

Wesentlich wichtiger als Motorenleistung ist mir das perfekte Zusammenspiel der verbauten Technik. Er schnurrt im Standgas bei 900 u/min wie eine Nähmaschine, entwickelt aber bei einer geschätzten Reaktionszeit von 0,7 Sek. eine Drehzahlkurve von 900 zu 7000 u/min ein Ansauggeräusch, das, mit einfachen Worten ausgedrückt, einfach nur süchtig macht.

Bilder hierzu sind unter Motoren zu sehen.

 

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